Hausärztliche Gemeinschaftspraxis

Drs. med. Hans-J. Herr, Carmen Ramm u. Martin Wetzel

Fachärzte für Allgemeinmedizin

Grippeimpfung in Corona-Zeiten - das Wichtigste in Kürze


Corona hat unseren Alltag auch in diesem Jahr geprägt und mitbestimmt. Auch deswegen hat auch der Schutz vor der saisonalen Virusgrippe wieder an Bedeutung gewonnen. Denn eine hohe Zahl an Influenzakranken kann die derzeitige Situation unter den immer noch herrschenden Corona-Bedingungen verschärfen.

Von November 2021 bis ca. März 2022 steht auch dieses Jahr wieder die Grippesaison bevor. Experten erwarten, dass es zu einer deutlichen Influenzawelle kommen wird, auch weil die einschränkenden Maßnahmen zusehends gelockert oder aufgehoben werden.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt eine Influenzaimpfung vor allem für Menschen, die ein besonders hohes Risiko für schwere Verläufe einer Influenza oder von COVID-19 haben.

Wie auch in den letzten Jahren ist es das erklärte Ziel möglichst viele Menschen gegen die Influenza zu impfen. Diese Saison jedoch umso mehr, da gleichzeitig das Corona-Virus weiter aktiv ist. Für die Erkältungssaison 2021/22 stehen nach offiziellen Angaben ausreichend Impfdosen gegen Grippe zur Verfügung.

Hohe Impfquote in Risikogruppen


Auch in der kommenden Grippesaison ist es besonders wichtig, dass eine hohe Impfquote in den Risiko-gruppen erreicht wird, denn bei ihnen könnte die Grippe einen schweren Verlauf nehmen, einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen oder zu einer Verbreitung in Pflege- und Senioren-einrichtungen beitragen.

Die zurückliegende Grippesaison verlief um einige Wochen kürzer und moderater. Die zahlreichen Schutzmaßnahmen, die im Rahmen der Covid-19-Pandemie ergriffen worden waren hatten auch die Ausbreitung des Grippeerregers abgebremst.

Gut informiert fällt die Entscheidung leichter. Die offiziellen Empfehlungen stammen von der Ständigen Impfkommission (StiKo) und werden jährlich im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts veröffentlicht.

Oktober und November bester Zeitpunkt für die Grippeimpfung


Grippeviren sind enorm wandlungsfähig. Daher prüft die Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr, welche Stämme vermutlich in der nächsten Saison zirkulieren, und gibt entsprechende Empfehlungen für die Impfstoffherstellung. Die beste Zeit für die Impfung sind die Monate Oktober und November – danach dauert es noch 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Und normalerweise rollt die Grippewelle erst in den Wintermonaten richtig an. Eine Influenza-Impfung kann aber auch im späteren Verlauf der Saison noch sinnvoll sein.

Vierfach-Impfstoff gegen Grippe ist Standard


Inzwischen ist ein Vierfach-Impfstoff der Standard. Er enthält Bestandteile von je zwei Erregern der Grippeviren Influenza A und Influenza B. Der Vierfach-Impfstoff soll grundsätzlich einen besseren Schutz bieten als der früher übliche Dreifach-Impfstoff. Allergiker können einen Impfstoff erhalten, der nicht auf Hühnereiweiß basiert.

Einen generellen Anspruch auf die Grippeschutzimpfung haben Versicherte ab 60 Jahren, Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen sowie Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten die Grippeimpfung auch als Extraleistung an.

Konkret: Wer sollte sich impfen lassen


  • Menschen über 60 Jahre
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose)
  • Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder HIV (AIDS) -Infektion.
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Schwangere

Außerdem sollten sich alle Personen schützen, die durch Kontakt zu vielen Personen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben oder die gefährdete Personen in ihrem nahen Umfeld anstecken könnten: medizinisches Personal, Personal in Pflegeeinrichtungen und Personal in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr (z.B. Busfahrer, Lehrer)

Nicht geimpft werden sollte:


Wer an einer fieberhaften Erkrankung (Temperatur über 38,5°C) oder einer akuten Infektion erkrankt ist, sollte erst etwa 2 Wochen nach Genesung geimpft werden. Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß oder gegen andere Bestandteilen des Impfstoffs sollten mit den üblichen Impfstoffen nicht geimpft werden, weil diese produktionsbedingt Spuren von Hühnereiweiß enthalten.

Hygieneregeln: Auch zur Grippevorbeugung wichtig


Eine Grippe äußert sich mit erkältungsartigen, aber vergleichsweise heftigen Symptomen, beginnt plötzlich und dauert meist zwei bis drei Wochen. Wer vermutet, dass es ihn erwischt hat, sollte sicher-heitshalber zum Arzt. Sich anzustecken, geht schnell. Die Viren werden meist durch Händeschütteln, häufig auch durch ungeschütztes Niesen und Husten verbreitet. Durch einfache Hygieneregeln, die auch zur Prävention vor Covid-19 empfohlen werden, lässt sich das Ansteckungsrisiko deutlich verringern:

  • Häufiges Händewaschen. Waschen Sie die Hände immer, wenn Sie von draußen kommen, sowie vor dem Essen und dem Zubereiten von Speisen und nach dem Toilettengang – mit Seife, bei fließendem Wasser, 20 bis 30 Sekunden lang, auch zwischen den Fingern.
  • Richtiges Husten und Niesen. Die Regel „Hand vor den Mund“ ist überholt. Denn die Viren bleiben an der Hand haften und übertragen sich so schnell auf Gegenstände und Mitmenschen. Besser ist es, in den Ärmel beziehungsweise die Armbeuge oder in ein Einmal-Taschentuch zu niesen oder zu husten.
  • Regelmäßiges Lüften. In geschlossenen Räumen kann die Zahl der Viren stark ansteigen. Dagegen hilft regelmäßiges Lüften.
  • Abstand halten, Maske tragen. Die derzeit im Alltag praktizierte AHA-Formel – Abstand halten – Hygiene beachten – Alltagsmaske tragen – wirkt auch einer Infektion durch Influenzaviren entgegen.

Weitere Hygienetipps finden Sie unter www.infektionsschutz.de, einer gemeinsamen Aktion des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

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